Kerstin Tomenendal
DER ALSERGRUND


Historische Fakten

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Der 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund umfasst eine Fläche von 2,99 km2, und hat laut Erhebung vom 31.12.1999 eine Einwohnerzahl von 40.790 Personen. Seinen Namen hat der Alsergrund durch die Als. Bis ins 19. Jh. floss der Alserbach durch die Stadt, bis er schließlich eingewölbt wurde. Heute wird der 9. Wiener Gemeindbezirk vom Gürtel (1), Gürtelbrücke, Donaukanal, Maria-Theresien-Straße, Universitäts- und Alserstraße begrenzt. Urkundlich wird der Name „Als“ schon 1044 erwähnt.

Das Wappen

Das Wappen des 9. Bezirks schmückt eine auf einem Baum sitzende Elster. Es wurde 1904 von Hugo Gerard Ströhl entworfen und setzt sich aus den Siegeln der einstigen sieben Vorstädte Alservorstadt (in der Mitte), Michelbeuerngrund, Himmelpfortgrund, Thurygrund, Lichtental, Althangrund und Roßau zusammen.

Türkenbelagerungen
Die beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683 veränderten die Struktur Bezirkes. Die Häuser wurden sowohl von den Verteidigern als auch von den Türken geschliffen. Dadurch entstanden im 18. Jh. Gärten mit herrschaftlichen Sommersitzen und Klöster– u.a. die Trinitarier bzw. Weißspanier in der Alser Straße und die Benediktiner von Montserrat, auch bekannt als Schwarzspanier.
Krankenhäuser
1783/84 entstand unter Kaiser Joseph II. (1741–1790) das Allgemeine Krankenhaus (2) auf der Grundlage des Invalidenhauses. An der Nordseite wurde der Narrenturm (3) errichtet. Seit 1997/98 ist im Areal des Alten Allgemeinen Krankenhauses der Campus der Universität Wien untergebracht. Weitere Spitäler wurden errichtet, so u.a. das Josephinum (4), das Garnisonsspital, sowie 1848 das St. Anna Kinderspital (5).
Bezirksgeschichte
  1850 wurden die sieben Vorstädte unter Franz Joseph I. (1830–1916) de facto eingemeindet (6), vorerst als 8. Bezirk. Dieser reichte zunächst bis in die Florianigasse. 1862 erfolgte eine neue Bezirkseinteilung, wobei Margareten hinzukam und eine Neunumerierung der Bezirke mit sich brachte. Außerdem wurde die Alser Straße zur Grenze zwischen 8. und 9. Bezirk, der damit das bis heute gültige Areal bekam. Den Namen Alsergrund bekam der 9. Bezirk von seiner ältesten und größten Vorstadt, der Alservorstadt.
Magistratisches Bezirksamt
  1871 wurde das Magistratische Bezirksamt in der Währinger Straße 43 (7) erbaut. Der größte Anteil an Gebäuden im Alsergrund stammt aus der Hochgründerzeit (1870–1890). In der Nähe der Ringstraße befanden sich die Wohnorte der Oberschicht in Form von Mietpalais und Nobelmiethäusern. Gegen den Gürtel hin fanden sich die Wohnungen der sozial ärmeren Bevölkerungsschichten.
Bauten

 

In der Zeit der Ersten Republik entstand der erste Gemeindebau am Alsergrund in der Rögergasse 6. Das Paradebeispiel für Gemeindebauten ist der Thuryhof (8), eine Anlage mit 105 Wohnungen in der Thurygasse 11 / Ecke Marktgasse 3–7 aus dem Jahr 1925. Von insgesamt 1000 Wohnhäusern wurden während des Zweiten Weltkriegs mehr als die Hälfte, nämlich 560, beschädigt.
Im Oktober 1939 registrierte das Polizeirevier Alsergrund 12.191 jüdische Mitbürger. Der Alsergrund hatte somit vor dem Krieg den zweithöchsten jüdischen Bevölkerungsanteil nach der Leopoldstadt. Bis Ende des 2. Weltkriegs waren sie beinahe vollkommen aus dem Stadtteil vertrieben worden. Das machte sich im kulturellen und intellektuellen Leben des Bezirks auf verhängnisvolle Weise bemerkbar.
Am 1. September 1945 kam der 9. Bezirk nach einem Übereinkommen der Alliierten unter die Verwaltung der USFA (9). Die 50er Jahre standen im Zeichen des Wiederaufbaus. Große Bauvorhaben wurden in den 90er Jahren fertiggestellt, wie der Überbau des Franz-Josef-Bahnhofs und die Anlage des neuen AKH.

Der Alserbach

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Über Ursprung und Herkunft des Namens ist man sich nicht sicher. Manche Wissenschaftler führen die Herkunft auf das Keltische (10) (Alsa, „Bach“) zurück, auch ein slawisches Grundwort (Olsa, „Erle“) ist möglich. Im Volksmund wurde dieser Bach auch Alsterbach genannt, was „Elster“ bedeutet. Dies ist auch der Grund, warum im Wappen des 9. Bezirks eine Elster dargestellt wird. Im 19. Jh. bestand der Alserbach nur noch aus Tümpeln, in denen Unrat und Hausmüll lagerte. Aus hygienischen Gründen entschloss man sich schließlich 1840 dazu, den Fluss einzuwölben. Davor war der Alsergrund eine ständig vom Hochwasser bedrohte Vorstadt. So hatte man auch eigene Rettungszillen, die im Notfall eingesetzt wurden. Seit der Einwölbung des Alserbaches 1840–1846 wurden einige Renovierungsarbeiten durchgeführt, da die Gewölbedecke zu schwach war. Heute mündet der Alserbach bei der Friedensbrücke in den rechten Hauptsammelkanal.
Die Römer im Alsergrund
Im 1. Jh. n. Chr. bauten die Römer auf dem Areal des heutigen ersten Wiener Bezirks das Legionslager Vindobona, das drei Tore hatte. Eines davon führte in die Vorstadt Canabae, durch die auch eine Militärstraße führte. Häuserfundamente aus dieser Zeit wurden in der Währingerstraße gefunden. Man entdeckte hier das nördlichste Teilstück der Limesstraße. Es lag ca. 1,20 m bis 1,50 m unter der heutigen Fahrbahn und bestand aus einer Lehm- und Kieselsteinschicht. Außerdem wurden im Areal des heutigen Alsergrundes Votivsteine, Münzen, Gräber und vieles weitere gefunden.
Ziegelgruben und der Alsergrund
Auf dem Alsergrund waren immer schon Ziegelöfen angesiedelt, da vor dem Schottentor Löss (11) abgebaut und aus diesem Ziegel geschlagen wurde. Einer der Ziegelöfen löste wegen starken Windes in Wien 1276 ein großes Feuer aus, nur wenige Häuser im Kärntnertorviertel waren davon verschont geblieben. Die Qualität der Ziegel war jedoch nur eine mindere, weswegen man die Ziegelgruben stadtauswärts verlegte. Im 18. Jh. gab es zwischen der Lazarettgasse und der Canisiusgasse einen Großteil der Wiener Ziegelöfen, die Hanglage des Alsergrunds mit der technisch leicht abbaubaren Tegelschicht bot sich dafür ideal an.
Das Pulvermagazin explodiert ... (1779)
In diesem Jahr hatte der Bayrische Erbfolgekrieg am 13. Mai, dem 62. Geburtstag von Maria Theresia (1717–1780), sein Ende. Zu Beginn der Regierungszeit von Maria Theresia hatte man den Pulverturm errichtet, er ist heute nicht mehr erhalten. Die Pulverturmgasse erinnert aber heute noch daran. Dort wurde Kriegsmaterial gelagert. Bei einer Explosion mußten 67 Menschen ihr Leben lassen. Wahrscheinlich war der Auslöser der Katastrophe verbotenes Rauchen während eines Munitionstransports gewesen. Als Folge dieses Unglücks durften in Hinkunft keine Sprengstoffe mehr in der Nähe von bewohnten Gebieten aufbewahrt werden.
Ausgewählte historische Gebäude und Stätten im Alsergrund
   

 

Votivkirche, Rooseveltplatz

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Die Votivkirche war von der kaiserlichen Familie als Dank dafür, dass Kaiser Franz Joseph ein Attentat überlebte, errichtet worden. Der Baumeister Heinrich Ferstel erbaute ab 1856 die Kirche in neugotischem Stil. Der Bau imitiert die französische Kathedralgotik des 13. Jh.s. Anfangs hatte man vor, darin eine österreichische Ehrenhalle zu errichten. In der Kirche befindet sich u.a. der Sarkophag des Stadtkommandanten von Wien während der ersten Türkenbelagerung 1529, Niklas Graf Salm (12). Das Grab befindet sich in einer Seitenkapelle des linken Querschiffes. Besonders bemerkenswert ist im Querschiff rechts auch der Antwerpener Altar, ein bedeutendes Werk von flämischer Schnitzkunst aus dem 15. Jh.

Roßauer Kaserne, Schlickplatz 6
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Die Roßauer Kaserne wurde im Anschluss an das Revolutionsjahr 1848 konzipiert. Es galt jetzt nicht mehr Anstürme und Belagerungen von außen abzuhalten, sondern Volksaufstände in den Griff zu kriegen. Aus diesem Grund entschloss man sich dazu, ein Dreieck an Festungen zu erbauen. Als Eckpfeiler wurde im Alsergrund die Kronprinz-Rudolf-Kaserne erbaut (die anderen beiden Gebäude sind die Franz-Josephs-Kaserne, die 1898 abgetragen wurde, und das Arsenal). Errichtet wurde die Kaserne in den Jahren 1865–1869 als Verteidigungskaserne als Rohziegelbau im Windsorstil. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne der Wiener Polizei übergeben.
Servitenkirche Maria Verkündigung, Servitengasse 9
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Der Servitenorden erhielt 1638 die Erlaubnis, in der Roßau ein Kloster zu errichten. Mit dem Bau des Klosters wurde 1646 und mit dem Bau der Kirche 1651 begonnen. Es handelt sich um eine Frühbarockkirche. In der Servitenkirche Maria Verkündigung ist rechts vom Hochaltar das Galgenkreuz zu sehen, ein Kreuz aus dem 15. Jh., das früher an der öffentlichen Hinrichtungsstelle auf dem Rabenstein aufgestellt war. Die Kirche beherbergte einst auch die „Tandelmuttergottes“, ein hölzernes Brustbild der Maria auf der Mondsichel, das sich auf einem Seitenaltar gegenüber der Peregrini-Kapelle befand und heute leider nicht mehr erhalten ist. Das Brustbild wurde 1683 nach Abzug der Türken mit Brandmalen in einem Schutthaufen der Roßau gefunden und sehr bald als Patronin des im 9. Bezirk abgehaltenen Tandelmarktes und als Helferin der Dienstboten verehrt.
Die Strudelhofstiege
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Der Name dieser berühmten, durch das gleichnamige Werk des Dichters Heimito von Doderer bekannt gewordenen Stiege stammt eigentlich von Peter von Strudel. Er errichtet 1690 den Strudelhof und wurde später zum Direktor der Kunstakademie gewählt. Im Jahre 1910 erhielt die Strudelhofstiege ihr heutiges Gesicht im Jugendstil. Heimito von Doderer (1896–1966) (13) schreibt in seinem Werk „Die Strudelhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ (14) die folgenden, den Charakter dieses Gebäudes schön beschreibenden Verse:

Wenn die Blätter auf den Stufen liegen
herbstlich atmet aus den alten Stiegen
was vor Zeiten über sie gegangen.
Mond darin sich zweie dicht umfangen
hielten, leichte Schuh und schwere Tritte,
die bemooste Vase in der Mitte
überdauert Jahre zwischen Kriegen.
Viel ist hingesunken uns zur Trauer
und das Schöne zeigt die kleinste Dauer.
(aus: Kurt Sommer (Hg): Wien poetisch. Wien 1987, S. 106).

Ausgewählte historische Persönlichkeiten

Musiker

 
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Ludwig van Beethoven

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In der Schwarzspanierstraße 15 befindet sich das Sterbehaus von Ludwig van Beethoven (1770–1827). Dort wohnte der Meister vom Oktober 1825 bis zu seinem Tod. In dieser kurzen Zeitspanne komponierte er die Missa Solemnis, die Neunte Sinfonie in d-moll, die Ouverture „Zur Weihe des Hauses“, vier Klaviersonaten und fünf große Streichquartette. Heute erinnert eine Gedenktafel an den großen Komponisten. Im selben Haus logierte 1833/34 auch der Dichter Nikolaus Lenau (1802–1850), 1904 wurde das Haus neu errichtet, und über dem Haustor sind Büsten von den beiden Künstlern angebracht.
Anton Bruckner
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Anton Bruckner (1824–1896) lebte in der Währinger Straße 41 von 1868–1876. Daran erinnert heute eine Gedenktafel. In dieser Zeit entstanden hier die 2., 3., 4. und 5. Sinfonie.
Wolfgang Amadeus Mozart

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Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) logierte vom Sommer 1788 bis Herbst 1790 im Gartenhaus der Währinger Straße 26. Hier entstand die Oper „Cosi fan tutte“ und die letzten drei Sinfonien.

Franz Schubert
Das Geburtshaus des Komponisten Franz Schubert (15) (1797–1828) ist in der Nußdorferstr. 54 zu besichtigen. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Wiener Vorstadtmilieu auf. In der Lichtentaler Kirche wurde Schubert nicht nur getauft, sondern stellte auch seine erste Messe in F-Dur (D.105) anläßlich des hunderjährigen Bestand der Kirche vor. Diese Aufführung machte den damals 17jährigen bekannt. Weitere Messen, die in der Lichtentaler Kirche uraufgeführt wurden, waren die Messe in G-Dur (D.167) und B-Dur (D.324). Zum 100. Todestag des Komponisten wurde 1928 vom Wiener Schubertbund in der Alserbachstraße auf der Höhe von Nummer 14 der Schubert-Brunnen errichtet.
Literaten
 
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Erich Fried

Der Schriftsteller und Feuilletonist Erich Fried (1921—1988) war eng mit dem Alsergrund verwoben. Er wohnte bis zu seiner erzwungenen Emigration im Jahre 1938 in diesem Bezirk. Fried besuchte die Volksschule Alserbachstr./Ecke Marktgasse und wechselte 1931 in das Bundesgymnasium in der Wasagasse. Auf der 1996 in der Alserbachstraße 7 enthüllten Erich-Fried-Gedenktafel ist das Gedicht „Was es ist“ zu lesen. Es zeugt wie viele andere von der poetischen Kraft der Sprache Frieds, der oftmals zu unrecht auf den politischen Autor reduziert wurde:

Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe.


Erich Fried

Friedrich Hebbel
Der deutsche Dramatiker Friedrich Hebbel (1813–1863) kam 1845 nach Wien, wo er die Hofschauspielerin Christine Enghaus (1846) heiratete. Damit gelang ihm auch sein künstlerischer Durchbruch. Bis heute gilt Hebbel als der bedeutendste Vertreter des Poetischen Realismus. Daran erinnert heute eine Gedenktafel mit Reliefkopf aus dem Jahr 1889 in der Liechtensteinstraße 13.
Heimito von Doderer
Siehe Strudelhofstiege
Nobelpreisträger
   
Robert Barany
Alfred Hermann Fried
Erwin Schrödinger
Der 9. Bezirk verfügt über viele Nobelpreisträger, da die Spitäler mit den Kliniken und Instituten Forschungszentren bildeten. Einige Beispiele für Nobelpreisträger sind:
Robert Barany (1876–1930) erhielt den Nobelpreis für Physiologie und Medizin 1916 wegen seiner Forschungsarbeit über Bedeutung und Wirkung des Bogengangapparates des Ohres.
Alfred Hermann Fried (1864–1921) erhielt 1911 den Friedensnobelpreis.
Erwin Schrödinger (1887–1961) erhielt 1933 den Nobelpreis für Physik.
Sigmund Freud

Sigmund Freud (1856–1939) ist einer von vielen berühmten Ärzten, die am Alsergrund wirkten. Freud war Neurologe mit besonderem Interesse an der Erforschung des Nervensystems. Ab 1891 arbeitete Freud in der Berggasse 19 (16). Herausragende wissenschaftliche Werke entstanden in dieser Zeit, wie beispielsweise die Traumdeutung. Ab 1902 traf man sich Mittwoch abends in der Ordination Freuds, daraus entstand der älteste wissenschaftliche Verband von Psychoanalytikern. Die Lehren von Freuds Psychoanalyse werden als Fundament der modernen Tiefenpsychologie und Psychotherapie angesehen.

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Fußnoten:
 

1:Der Gürtel ist vor bzw. anstelle des früheren Linienwalls angelegt als Ringstraße am äußeren Rand der Vorstädte. Der Gürtel umfasst alle 1850 eingemeindeten Vorstädte. Mit dem Bau wurde 1862 begonnen. Zur Ringstraße ist der Gürtel ca. 1,5 bis 2 km entfernt. 1873 wurde der Bau dieser Straße vollendet und 1893 nach Abrissdes Linienwalls verbreitert.
2: Begonnen wurde dieses Gebäude als Großarmenhaus bereits unter Kaiser Leopold I. Auch Obdachlose und Kriegsinvaliden fanden hier Unterkunft. Unter Kaiser Joseph II. wurde das Armenhaus ausgebaut zum Allgemeinen Krankenhaus nach dem Vorbild des Pariser Zentralspitals Hôtel Dieu. 1784 bot das Krankenhaus Platz für 2.000 Kranken, es gab insgesamt 111 Krankensäle, davon 50 für Frauen und 61 für Männer. Nach seiner Fertigstellung galt das Allgemeine Krankenhaus als das modernste Europas.
3: Der Narrenturm, der als 5. Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses errichtet worden war, war bis 1865 in Gebrauch, dort wurden psychisch Kranke stationiert. Der Narrenturm hatte 5 Stockwerke und in jedem Stock gab es 28 gleich große Zellen, die Fenster, in 2 Meter Höhe angebracht, waren schmal und schlitzartig.
4: Das Josephinum wurde von Joseph II. als k.k. Josephinische Medizinisch-Chirurgische Militärakademie gegründet. Das Gebäude wurde von Isidor Canevale errichtet. Der usprüngliche Sinn dieser Institution bestand darin, Ärzte für die Armee auszubilden. Heute befinden sich im Gebäude das Institut für Geschichte der Medizin und das Pharmakognostische Institut der Universität Wien.
5:Dieses Spital war das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum, das auf die Gründung eines Kinderspitals 1837 von Dr. Ludwig Wilhelm Mauthner zurückging. Erbaut wurde es von Florian Schaden, die Eröffnung erfolgte 1850. Das ehemalige, zwei Stockwerke hohe Hauptgebäude gibt es heute noch. In der Zwischenzeit bis heute wurden viele Erweiterungen vorgenommen und das Areal des Spitals wurde vergrößert. Die letzte bauliche Tätigkeit war 1987, es handelte sich dabei um den Bau eines Forschungslabors.
6:1850 erfolgte die Eingemeindung aller 34 Vorstädte zwischen Stadtmauer und Linienwall. Damit waren Stadt und Vorstädte zu einer administrativen Einheit geworden.
7: Hier sind heute die Bezirksvorstehung und das Bezirksmuseum Alsergrund, das 1958 eröffnet wurde, untergebracht. Im Bezirksmuseum gibt es das ganze Jahr hindurch Sonderausstellungen, die sich nicht nur mit historischen Themen beschäftigen, sondern auch eine Galerie mit Werken von im Bezirk lebenden Künstlern. Unter anderem ist hier auch die Doderer-Gedenkstätte untergebracht. 8:Der Thuryhof wurde von Viktor Mittag und Karl Hauschka errichtet, 1926 wurde im Hof der Anlage ein Zierbrunnen mit ornamentalem Schmuck von Oskar Thiede aufgestellt. Hier sind viele Details anzutreffen, wie z. B. die Gestaltung von Garten- und Durchgangshof, sowie an der Anlage selbst Arkaden, Erkern, Lauben, etc.
9: United States Forces of Austria. Außer dem 9. Bezirk gehörten zu dieser Verwaltung auch die Bezirke 7, 8, 17, 18 und 19.
10: Das Keltische, das sich in mehrere Untersprachen aufteilt, gehört zur indogermanischen Sprachgruppe und wurde im ersten Jahrtausend v.Chr. in weiten Teilen Europas gesprochen. Zur Zeit der Römer verkümmerte es jedoch und überlebte als Minderheitssprache nur im äußerten Nordwesten Europas.
11: Ist ein gelblicher, leicht zerreibbarer Lehm, 60–80% Quarzanteil und 10–15% Kalk.
12: Der Sarkophag aus gelblichem Marmor in Form einer Tumba wurde vermutlich von Loy Hering im Auftrag von Ferdinand I. geschaffen. Auf den Seitenteilen sind zwölf Szenen von den großen Schlachten, an denen Salm teilgenommen hatte, dargestellt. Zwei davon nehmen Bezug auf die erste Belagerung 1529. Diese sind das obere Relief auf der Vorderseite, welches die gesprengten Breschen beidseits des Kärtnertores zeigt, auf die ein Sturmangriff erfolgt. Dieses Bild stellt den Angriff am 14. Oktober dar. Auf der linken Seite handelt es sich um das Relief rechts oben, hier ist im Vordergrund Sultan Süleyman zu sehen, der dem Sturmangriff am 11. Oktober 1529 persönlich beiwohnt. Auf dem Deckel ist Graf Salm dargestellt, der vor einem Kreuz kniet. Das Grab des Grafen befand sich davor in der Dorotheerkirche, wo er 1530 beigesetzt wurde, 1683 wurde er nach Mähren überführt, erst 1879 ließ man den Sarkophag in die Votivkirche bringen.
13:Für den Dichter ist im Bezirksmuseum Alsergrund in der Währinger Straße 43 eine Gedenkstätte eingerichtet, die 1972 eröffnet wurde. Es handelt sich dabei um ein Arbeitszimmer mit Originaleinrichtung.
14: Dieser Roman in vier Teilen erschien 1951. Die Strudelhofstiege stellt in diesem Roman den gewählten oder zufälligen Treffpunkt der Figuren dar und ist ein die Zeiten überdauerndes und verknüpfendes Element. Mit diesem Werk gelang Doderer der Durchbruch.
15: Das Oevre von Schubert umfasst in knapp 15 Jahren Arbeitszeit neben den mehr als 600 Liedern 19 Orchesterstücke (darunter 8 Symphonien, die letzte unvollendet), 44 Werke für Kammermusik, 23 Klaviersonaten, 6 Messen, 16 Opern und Singspiele etc.
16: In diesem Haus ist die Sigmund-Freud-Gedenkstätte untergebracht. Hier wirkte der große Arzt bis zu seiner Emigration nach England 1938. Eine am Haus angebrachte Gedenktafel erinnert daran. 1971 wurde Freuds Ordination und Wohnung zu einem Museum umgestaltet.

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